2nd Hand Mode/ Länder Afrikas stoppen Einfuhr von Secondhand-Kleidung

Aus aktuellem Anlass greife ich dieses Thema auf. Ich bin am Donnerstag beim Themenabend "THE TRUE COST" in Lenzing zu Gast,quasi als Opener für den Film The True Cost. Ich werde in Lenzing mein Buch vorstellen und ein wenig etwas zu unserem Konsumverhalten in puncto Kleidung erzählen und Tipps geben, wie sich eine übersichtliche und schicke Garderobe zusammenstellen lässt.

Gikomba, der größte 2nd Hand-Markt Ostafrikas, in Nairobi. Getty Images via
Und dafür habe ich ein wenig recherchiert, um meinen Worten mehr Nachdruck zu verleihen. Im Frühjahr war bei BBC und anderen Medien zu lesen, daß afrikanische Staaten wie Burundi, Kenia, Ruanda, Tanzania und Uganda die Einfuhr von gebrauchter Kleidung stoppen wollen, genauer gesagt ab 2019. Jetzt mögen sich einige fragen, ob dies interessant für sie sein sollte, oder nicht. Ja, es ist von Interesse, weil das eine Reaktion auf unser Konsumverhalten und seine Folgen ist.

Unsere im guten Glauben gespendeten Kleider landen nämlich nur zum Teil( etwa 5 %) im örtlichen Seocndhandladen, der Rest wandert weiter, wird aussortiert, Abfall vom Brauchbaren getrennt, und das, was dann noch tragbar erscheint, wird sortiert, zu Ballen gepresst und exprtiert. Deutschland ist der drittgrößte Exporteur von Altkleidung( diese Zahlen stammen aus dem BBC-Artikel, weitere Exportländer werden ebenso ausführlich aufgelistet)

  1. Poland $50m
  2. Netherlands $48m
  3. Cameroon $27m
  4. Russia $23m
  5. Ukraine $22m
  6. UAE $19m
  7. Angola $18m
  8. Belgium $17m
  9. Italy $15m
  10. Morocco $15m
  11. Other $248m
Source: United Nations Comtrade Database, 2013 figures

 Nach Schätzung von Buchautor Andrew Brooks( Clothing Poverty) gehen in Großbritannien 70 Prozent der gespendeten Secondhand-Kleider in den Export!

Die lokalen Märkte werden zerstört, das Schneiderhandwerk stirbt aus. Nun wird dagegengesteuert: Man besinnt sich wieder auf die lokale Wirtschaft und Produktion und möchte mit Einfuhrstopps gegensteuern.
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credit: Frau Jona&Son/ReDesign

Wie wir den Altkleiderberg verringern können:
1. 3 Mal nachdenken, ob wir uns etwas Neues kaufen müssen
2. Das, was wir an Kleidung besitzen, auch tatsächlich nützen
3. Sorgsam mit unserer Kleidung umgehen
4. Reparieren wenn nötig
5. Einen übersichtlichen Kleiderschrank schaffen, bei dem alles gut zusammenpasst( Tipps gibt es in auf meinem Blog und bei mir)
6. Statt Neu Kaufen lieber Selbst Nähen oder Kleider Tauschen 
7. Direkt spenden statt Kleidersammlungen- es gibt überall Menschen, die sich direkt in Ländern wie Bulgarien, Rumänien, etc engagieren, selbst hinfahren und Waren transportieren.





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